Drei Fassaden, eine Identität
Ein Wohngebäude als Antwort auf den Stadtraum
Mit dem Projekt Prisma ist im neuen Stadtquartier Nieuw Delft ein Wohngebäude entstanden, das auf drei unterschiedliche räumliche Situationen reagiert. Statt einer einheitlichen Gebäudehülle entwickelt der Baukörper drei eigenständige Fassaden – zum Kanal, zum Platz und zum Garten. Jede Seite nimmt Bezug auf ihren jeweiligen Kontext und vermittelt zwischen öffentlichem und privatem Raum.
Trotz dieser Differenzierung bleibt das Gebäude als zusammenhängende architektonische Einheit erkennbar.
Einheit durch Material
Obwohl sich die drei Fassaden deutlich unterscheiden, bleibt Prisma als ein Gebäude lesbar. Entscheidend dafür ist die konsequente Verwendung desselben Fassadenmaterials über alle Gebäudeseiten hinweg.
Das Projekt zeigt, wie Material zum verbindenden Gestaltungselement werden kann: Unterschiedliche Fassadencharaktere entstehen nicht durch wechselnde Materialien, sondern durch deren unterschiedliche Anwendung.
Drei Fassaden für drei Stadträume
Jede Gebäudeseite übernimmt eine eigene städtebauliche Aufgabe. Die Kanalfassade präsentiert sich offen und urban mit großzügigen Verglasungen und tiefen Loggien. Zur Platzseite orientiert sich das Gebäude am Maßstab der benachbarten Stadthäuser und schafft einen angemessenen Übergang zwischen öffentlichem Raum und Wohnquartier. Die Gartenfassade wirkt ruhiger und privater – mit reduzierter Gebäudehöhe und kleineren Öffnungen. So entsteht Architektur, die den jeweiligen Ort aufnimmt, anstatt ihn zu vereinheitlichen.
„Jede Fassade hat eine andere Orientierung und dadurch auch einen anderen Ausdruck. Aber wir haben ein Hauptmaterial verwendet, um alles zusammenzubringen, damit es ein Gebäude bleibt."
Joost Mulders, OPEN architects + planners
Klinker neu interpretiert
Die Fassade greift die Klinkertradition Delfts auf, ohne sie zu kopieren. Statt klassischer Backsteine kommen vorgefertigte mineralische Putzelemente StoEcoshape im Format 58 × 3 cm zum Einsatz. Helle Farbtöne, breite Fugen und wechselnde Verlegerichtungen verleihen der Gebäudehülle eine präzise, zeitgemäße Wirkung. So entsteht eine Architektur, die ihre Umgebung zitiert und gleichzeitig eine eigenständige Materialität entwickelt.
Bautafel
- Land
- Niederlande
- Stadt
- Delft
- Fertigstellung
- 2025
- Architekt
- OPEN architects + planners, Amsterdam, NL
- Bauherr
- VanValentijn, Amsterdam, NL
- Ausführung
- ’t Huis B.V., Zierikzee, NL
- Produkte
- Fassadendämmsystem (StoTherm Vario), vorgefertigte Putzelemente (StoEcoshape)
- Fotos
- Sebastian van Damme, Rotterdam, NL; Dirk Verwoerd, Amersfoort, NL; OPEN architects + planners, Amsterdam, NL
![Collage aus Titelseite und Innenseiten der [ark] Case Study zum Wohngebäude Prisma in Delft](https://a.storyblok.com/f/273181/2400x1600/b8c1d78519/wohngebaeude-prisma-delft-ark-insights-collage-cta-en-2400x1600px.png/m/300x0/filters:format(webp):quality(80))